Stadtvilla Brandenburg

Ein Baublog für alle interessierten Freunde und Bauherren

Bauen oder Kaufen?

Soll man nun ein Bestandshaus kaufen, oder ein neues bauen?

Als bei mir der Gedanke an ein Eigenheim das erste Mal hochkam, dachte ich zunächst völlig logisch an den Kauf einer Bestandsimmobilie. Meine Eltern hatten mal gebaut und ich kann mich noch an den ganzen Stress und die viele Arbeit damals erinnern. Das wollte ich eigentlich nicht!

Wenn man sich aber die Vor- und Nachteile vom Bestand anschaut, relativiert sich das alles wieder. Let’s go!

Fertiges Haus kaufen

Vorteile:

  • Oft in schönen gewachsenen Wohngebieten gelegen
  • Auch in innerstädtischen Lagen zu bekommen. Siehe dazu: Lage, Lage, Lage…!
  • Meistens mit Keller (früher war ein Haus nur ein Haus, wenn es einen Keller hatte)
  • Es ist fertig – oder zumindest sowas ähnliches wie fertig
  • Man sieht, was man bekommt, kann auf Herz und Nieren prüfen
  • Die Grundstücke sind oft größer als heute
  • Die Ausstattung ist meistens über die Jahre komplettiert worden. Garage, Rolläden, Einbauküche, Außenanlage: alles drin und dran. Das sind sonst teure Zusatzkosten, die schnell den Preis eines Neubaus in die Höhe treiben.

Nachteile:

  • Es ist eben doch nicht fertig. Irgend etwas muss noch umgebaut und verändert werden, damit es den eigenen Ansprüchen genügt. Das kann schnell teuer werden. Alleine die Malerarbeiten schlagen schon ganz erheblich zu Buche.
  • Man kauft etwas Gebrauchtes. Wenn man zum Beispiel an die Heizung denkt: 12-15 Jahre und das Ding ist veraltet. Ein Haus mit Baujahr 2000 hat also schon eine etwas betagte Heiztechnik.
  • Die Energiebilanz eines fertigen Hauses ist u.U. nicht so gut wie bei einem Neubau
  • Die Grunderwerbsteuer ist wesentlich höher als beim Grundstückskauf ohne Haus.
  • Die Maklergebühr (so es denn eine gibt) ist wesentlich höher als beim Grundstückskauf mit anschließendem Neubau
  • Die Grundrisse sind weitestgehend starr und unveränderlich. Man muss nehmen, was man vorfindet oder sehr aufwändig umbauen.

Mal eine kurze Rechnung:

  • Haus in Berlin Randlage, 4 Zimmer, 120m², Garage, Keller, 550m² Grundstück:
    ca. 290.000 EUR
  • Maklergebühren: ca. 21.000 EUR (7,14%)
  • Grunderwerbsteuer: ca. 14.500 EUR (5%)
  • Grundbuch und Notarkosten: ca. 4.350 EUR (1,5%)
  • Renovierung: ca. 15.000 EUR (Maler, Fußboden, Decken)
  • Zusammen: rund 344.350 EUR
    Und das Ärgerlichste dabei: Grunderwerbsteuer, Grundbucheintrag und Maklergebühren wirft man einfach jemandem in den Rachen, der die Hand aufhält. Das Haus selbst profitiert davon kein bischen.

Ein vergleichbarer Neubau ist nicht viel teurer (na mal schauen…) Und dafür hat man wirklich alles nigel-nagel-neu! Den Keller allerdings habe ich mal unterschlagen. Dazu wird es hier auch bald nochmal etwas zu lesen geben.

Bei uns kam noch die Besonderheit hinzu, dass ich für meine Selbstständigkeit ein größeres Büro bzw. eine Einliegerwohnung benötige. Das ist bei Bestandsbauten selten zu finden.

Also war die Entscheidung klar: wir bauen!

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