Stadtvilla Brandenburg

Ein Baublog für alle interessierten Freunde und Bauherren

Garage: Die Kimmschicht

Gut Ding will Weile haben! So haben wir uns beim Setzen der ersten Steinlage, der sogenannten Kimmschicht, viel Zeit gelassen. Fehler, die man hier macht, kann man später nur noch schlecht ausgleichen.

Ich hatte dieses Video gefunden und mir von den Profis einige Tipps abgeschaut: aus billigen Stahlprofilen waren schnell zwei Lehren (genannt: „Justierboy„) hergestellt. Gewinde reingeschnitten, drei Schrauben reingedreht, passt! Dank dem vorher schon angeschafften Kreuzlinienlaser mit Empfänger und Distanzlatte ging das Nivellieren recht einfach.

Zu kämpfen hatte ich mit unserer 20 Jahre alten Bohrmaschine in Heimwerkerqualität. Mit dem Rühren von Zementmörtel war sie doch schwer gefordert. Ich nehme an, dass sie nach Fertigstellung der Garage das Zeitliche segnet. Wer also größere Mengen Mörtel anrühren möchte: besorgt Euch lieber ein Rührgerät. Oder kauft ne billige leistungsstarke Bohrmaschine nur für diesen Zweck. Zum Bohren kann man die danach vergessen, da die Lager ausgeschlagen sind.

Geht man genau wie im Video vor, hat man die Kimmschicht auch alleine in einem guten Tag erledigt.

Übrigens: achtet beim Anliefern der Steine darauf, dass der Fahrer alles gut verteilt. Ich war leider nicht vor Ort, was dazu führte, dass die Paletten etwas zu dicht an den späteren Wänden standen. So hatte man kaum Platz zum Arbeiten. Ideal sind 50-70cm Abstand zur Wandinnenseite.


Und hier nochmal eine kurze Anleitung, wie ich es gemacht habe:

(ohne Gewähr, Nachmachen auf eigene Gefahr!) 😉

  1. Mit dem Laser (oder der Schlauchwage) ausmessen, wie große die maximale Höhendifferenz der Bodenplatte im Bereich der späteren Mauer ist. Danach richtet sich die Mindestdicke der Mörtelschicht. (Ideal zwischen 1 und 3 cm) Am besten die Differenzen auf einen groben Plan eintragen.
  2. Eine Schnur an zwei Seiten über Eck spannen, um die Außenseiten der Wand zu markieren.
  3. Zementmörtel (M10, Mörtelgruppe III) anrühren
  4. Eine dünne Schicht etwa in Länge der Richtlatte auftragen. Eventuell die Bodenplatte vorher etwas nass machen.
  5. Die Mauerwerksperrbahn auflegen. An den Ecken überlappen lassen.
  6. An einer Ecke anfangen und den Justierboy in der Höhe ausrichten (Jetzt hilft der vorher angefertigte Plan, damit man weiß, in welcher Höhe man an dieser Stelle beginnen muss. Danach den Justierboy „ins Wasser“ bringen, nochmal die Höhe kontrollieren.
  7. Mit dem zweiten Justierboy im Abstand passend zur Richtlatte genauso verfahren.
  8. Großzügig Mörtel auf die Sperrbahn auftragen.
  9. Mit der Richtlatte abziehen, Löcher verfüllen und nochmal abziehen. Überschüssigen Mörtel entfernen.
  10. Den ersten Justierboy nahe der Ecke rausnehmen und den Spalt mit Mörtel verfüllen.
  11. Zwei Steine an der Ecke auflegen (nicht drücken!), danach in eine Richtung weiter Steine auflegen. Diese dabei immer an der Schnur ausrichten, sonst bekommt man eine Schlange statt einer geraden Wand. Augenmaß und Peilen bringt hier gar nichts. Glaubt mir, ich hab’s versucht 😉
  12. Kurz vor dem zweiten Justierboy geht es sinngemäß weiter ab Punkt 4. Dabei hat man den einen Justierboy ja noch passend liegen und muss nur den zweite ausrichten.
    Man kann sicher auch gleich die ganze Seite mit Mörtel versehen, bevor man die Steine auflegt. Bei mir war es aber recht warm, darum hat der Mörtel schnell angezogen. So war mir das Stück für Stück lieber.
  13. Solange der Mörtel noch weich ist, die Steine vorsichtig (!) mit einem Gummihammer ausrichten. Wichtig ist, dass die Steine in der Querrichtung absolut im Wasser sind und es zwischen den Steinen keinen großen Versatz (< 2mm) gibt. Alles andere ist später schwer auszugleichen. In Längsrichtung ebenfalls nochmal mit der Wasserwaage kontrollieren. Ist es zu krumm und schief, lieber nochmal alles weg und neu machen. Mörtel kostet quasi nichts.
  14. Die Kimmschicht gut trocknen lassen, bevor man mit der nächsten Lage weiter macht.

Schneiden kann man die Kalksandsteine übrigens perfekt mit einem Winkelschleifer und einer Diamantscheibe mit 230mm Duchmesser. Staubt zwar wie in der Sahara, klappt aber super. Zwei oder vier Seiten anreißen, schneiden und den Rest mit einem gezielten Schlag mit Hammer und Meißel durchtrennen. So bekommt man eine saubere Schnittfläche.

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