Stadtvilla Brandenburg

Ein Baublog für alle interessierten Freunde und Bauherren

Planungsphasen

In den letzten Monaten war es für mich immer wieder eine Herausforderung, alle möglichen Details im Kopf zu behalten, damit man auch ja nichts vergisst. Ist der Beton erst mal gegossen und sind die Steine gesetzt, kann man nur noch schwer Änderungen durchführen.

Oftmals habe ich bei meinen Gedanken und Hinweisen gehört: „Das merken wir uns für die Ausführungsplanung. Im Moment ist das noch nicht so wichtig…“ Ich möchte daher gerne mal aufschreiben, welche Details zu welcher Planungsphase gehören, und wann gewisse Dinge nicht mehr änderbar sind.

Liebe Hausbauer, die Ihr noch ganz am Anfang steht: viele dieser Dinge hier ergeben sich im Gespräch mit Architekten und Planern ganz von selbst. Ich bin aber ein Mensch, der gerne vorher alles bis zum Ende durchdacht hat, um unnötige Überraschungen zu vermeiden.

1. Energieberechnung

Die Energieberechnung steht erstaunlicher Weise sehr weit vorne auf der Zeitskala. Die meisten werden diese Planung heutzutage für einen KfW-Kredit benötigen. Die Bank fordert diese Berechnung bei der Kreditgenehmigung an. Ergo: man zäumt das Pferd von hinten auf.

Für die Energieberechnung benötigen wir:

  • Die weitestgehend endgültigen Grundrisse
  • Endgültige Aussenmaße
  • Lage und Größe der Fenster
  • Lage und Größe der Aussentüren
  • Material und Ausführung der Türen und Fenster
    (Rahmenart, Verglasung)
  • Heizung, Lüftung, Dämmung, Baumaterialien
  • Dachform
  • Ausrichtung des Hauses auf dem Grundstück

Ändert man nachträglich eines der oben genannten Details, ist zumindest eine Neuberechnung notwendig. Sollte dann die gewünschte KfW-Stufe nicht mehr erreicht werden, gibt es (vermulich) mächtig Ärger mit der Bank 😉

2. Planung für die Baugenehmigung

Für die Baugenehmigung sind je nach Bebauungsplan unterschiedliche Dinge festzulegen. Sollte dort drin stehen, dass man rote Dachziegel verwenden muss, dann kann man das nachträglich natürlich nicht mehr ändern. Hier sollte man also am besten vor dem Kauf des Grundstücks genau nachlesen. Ansonsten benötigen wir für die Baugenehmigung folgende Festlegungen:

  • Firsthöhe, Dachneigung, Dachform, Dachfarbe
  • Höhe des Gebäudes relativ zum Geländeniveau
  • Höhe der Stockwerke
  • Exakte Positionierung des Gebäudes auf dem Grundstück
  • Farbe der Fenster, Türen und der Fassade
  • Entwässerungsplan
    (Dazu notwendig: endgültige Lage der WC’s, Bäder, Küche, Waschmaschine etc.)
  • Leitungsplan für Trinkwasser, Abwasser, Elektro, Telefon grob ab Aussenwand bis Grundstücksgrenze. Meistens hat man bis dato vom Versorger eh noch keine genauen Angaben, wo der Übergabepunkt liegt. Also wird wohl erst mal der direkte Weg zur Grenze eingezeichnet.
  • Aussenanlageplan mit Lage der Stellplätze, Mülltonnenplatz,  Zufahrten, evt. Ausseneinheit der Heizung sowie Wege zu den Eingängen
  • Angaben zur Ableitung von Regenwasser
  • Bepflanzungsplan
    (Manche Bauordnungen oder B-Pläne schreiben eine Mindestbepflanzung und/oder bestimmte Gewächse vor.)

3. Ausführungsplanung

Diese Planung wird später tatsächlich „in Stein gemeißelt“. Änderungen sind daher nur noch schwer möglich. Man sollte alles genau prüfen. Vorher wird in der Regel noch die Statik berechnet. Es wird jetzt also auch nicht mehr möglich sein, die Grundrisse erheblich zu ändern. Zumindest nicht, falls tragende Wände im Spiel sind.

In unserem Fall waren folgende Punkte festzulegen:

  • Sämtliche Auslässe in der Betondecke
    (Leerdosen für Einbauspots, Zu- und Abluftventile für die Wohnraumlüftung, Lampenauslässe für Deckenlampen)
  • Leitungsführung Abwasser und Frischwasser
    (Man sollte spätestens jetzt auch eine Vorstellung der späteren Küche haben. Also: Küchenplaner konsultieren!)
  • Leitungsführung Entlüftung WCs
  • Deckendurchbrüche für Elektro und Heizung
    (Wir haben vor, einige zusätzliche Datenkabel ins OG zu legen, und haben daher den Deckendurchbruch etwas größer machen lassen.)
  • Lage der Heizkreisverteiler
  • Lage der Elektroverteiler
  • Bodengleiche Dusche oder nicht?
  • Freistehende Badewanne oder nicht?

4. Bemusterung

Bei der Bemusterung werden im Wesentlichen die zu verbauenden Objekte (Sanitär, Elektro, Türen, Treppen, Fensterbänke,…) ausgewählt. In unserem Fall dient die Bemusterung aber auch dazu, einige Details zu den Gewerken festzulegen:

  • Anzahl und Lage der Steckdosen
  • Anzahl und Lage der Deckenauslässe für Lampen
  • Lage der Lichtschalter, Rolladenschalter und Heizungsthermostate
  • Genaue Lage der Frischwasser- und Abwasseranschlüsse
    (Die grobe Position wurde vorher schon endgültig festgelegt!)
  • Lage der TV-, und Telefondosen, gegebenenfalls Netzwerkdosen
  • Details zur Hausautomation
  • Genaue Art und Ausführung der Sanitärobjekte
  • Öffnungsrichtungen der Türen und Fenster

Sicherlich wird es später auf der Baustelle möglich sein, noch die einie oder andere Steckdose umzulegen. Dennoch sollte man sich zur Bemusterung schon einige Gedanken zur späteren Möblierung gemacht haben.